Meinung

Insbesondere aufgrund der Wiedergutmachungsinitiative, oder auch der Anlaufstelle Kescha, kam mir in den letzten Jahren regelmässig öffentliche Aufmerksamkeit als sozial engagierter Mensch zu. Auch künftig werde ich mich in den Themenbereichen Gewalt an Kindern, Hirntumore und Schizophrenie für gemeinnützige Projekte einsetzen, zum Beispiel für die geplante Meldestelle Pädokriminalität, eine Angehörigenberatung im Bereich Schizophrenie oder die jüngst lancierte europäische «Justice Initiative».

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Mein Engagement mit der Guido Fluri Stiftung begann jedoch «erst» vor rund 14 Jahren. Zuvor verstand ich mich als Vollblut- und Vollzeit-Unternehmer. Mit meinen ersten Ersparnissen als Tankwart erstand ich vor zirka 35 Jahren ein Stück Land, bebaute es dank eines Kredits und verkaufte das Gebäude mit Gewinn weiter. Dies war der Anfang meiner Karriere als Immobilien-Unternehmer.

Mit dem Vermögen, das ich durch meine unternehmerische Tätigkeit erarbeitete, entstanden einerseits Sicherheit in Form finanzieller Unabhängigkeit, nach der ich mich während einer schwierigen Kindheit sehnte, und andererseits Verantwortung. Denn wer Geld hat, sollte damit etwas Gutes tun.

2007 wurde bei mir ein gutartiger Hirntumor namens Vestibullarisschwannom festgestellt. Meine Nachforschungen ergaben, dass Betroffene dieses seltenen, von der Lage her sehr komplexen Tumors, Schwierigkeiten haben, die nötigen Informationen und die besten Chirurgen ausfindig zu machen. Aus meinen persönlichen Erfahrungen heraus wollte ich Hilfe leisten und mein Vermögen einsetzen, um andere Betroffene zu unterstützen. So gründete ich die Interessengemeinschaft Akustikusneurinom – der Start meines sozialen Engagements.

Später begann ich, mich als ehemaliges Heimkind für die Schweizer Heim- und Verdingkinder einzusetzen sowie für Angehörige von Menschen mit Schizophrenie. Mir war es stets wichtig, nicht einfach Geld zu spenden, sondern mich selbst für die gute Sache einzusetzen und die Projekte eng an vorderster Front zu begleiten, ja den Menschen in persönlichen Gesprächen einen Halt zu geben. Ein äusserst anspruchsvoller, aber sehr erfüllender Weg.

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Mit meiner Stiftung versuche ich etwas zurückzugeben. Aber das Spannungsfeld zwischen profitorientiertem Unternehmertum und sozialem Engagement bleibt bestehen. Nachdem ich im Jahr 2020 rund 60% meines Immobilien-Bestandes verkaufte, begann ich mich verstärkt als Investor bei Start-ups und Unternehmen zu engagieren und mein Firmenportefeuille zu erweitern.

Dabei stelle ich fest: Unternehmertum und soziales Engagement müssen sich nicht ausschliessen. Als Investor kann ich wirtschaftliche Vorhaben ermöglichen, welche einen gesellschaftlichen Mehrwert generieren. So bin ich zum Beispiel Mit-Initiant von EURAT, der ersten europäischen Amateurplattform im E-Sport, welche nun unter dem Namen RUSH.GG weiterwächst. Das Projekt soll den E-Sport möglichst allen Menschen weltweit zugänglich machen. Mit «PARARAT» schaffen wir gezielt Chancengleichheit für Jugendliche mit körperlichen Beeinträchtigungen. Das Joint Venture eröffnet in der E-Sport-Welt ganz neue Dimensionen.

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F&P Robotics, der sitem startup club, Oncobit und Mindfire sind weitere Beispiele von Engagements, denen hohe gesellschaftliche Relevanz zukommt: die Erleichterung des täglichen Lebens der Menschen durch assistierende Roboter, die Förderung der Schweizer Medizintechnik zum Wohl der Patienten, die Früherkennung von Krebserkrankungen oder der Einsatz künstlicher Intelligenz, um dringliche globale Probleme unserer Zeit zu lösen.

Mit diesen Beteiligungen investiere ich sinnvoll in Forschung und Entwicklung und strebe zugleich als Unternehmer einen Mehrwert an, der schliesslich wieder meinen Stiftungsprojekten zugutekommt.

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